Mediales Framing macht menschliches Leid zur emotionalen Apokalypse

10 Grundsätze der Kriegspropaganda

28.03.2022 von Christian Zehenter

Was keine Impfung, kein Panikbericht und keine rigorose menschliche Distanz geschafft haben, ist dem Ukraine-Krieg gelungen: die Pandemie (vorläufig) zu beenden. Scheinbar ist das Virus nicht nur für Anti-Putin-Demonstranten ungefährlich, sondern allgemein nur bedrohlich, wenn nicht die nächste mediale Katastrophe die volle öffentliche Aufmerksamkeit erfordert. Welche kommende Untergangserzählung wird wohl wiederum die aktuelle überwinden? Hierbei bleibt unbenommen, dass - ohne Unterlass und umso schmerzlicher für jene, die ihnen zum Opfer fallen - leidvolle Ereignisse auf der Welt stattfinden. Aber erst das mediale Framing macht sie zu einer Apokalypse in den Köpfen aller Menschen. So sind heute erstmals Posttraumatische Belastungsstörungen durch Medienberichte festzustellen. Diese betreffen Menschen, die in ihrer realen Welt keinerlei Bedrohung erleben, aber durch Dramaberichterstattung in Hilflosigkeit, Ohnmacht und eine tiefe Angst- und Problemtrance geraten. Dies zeigt, wie sehr Medienberichte unser emotionales Erleben prägen. Und es bezeugt einen bedenklichen Solidaritätsbegriff, der nicht die Vermeidung von Leid, sondern die möglichst extensive mediale Ausbreitung von Unglück auf jedes fühlende Wesen zum Ziel hat.

Notstandserzählungen verdichten Machtgefüge

Erst auf den zweiten Blick erschließt sich der Zusammenhang zwischen Pandemie und Krieg: Pandemischer führt zum militärischen Totalitarismus - und damit zu Machtkonzentration und kriegerischer Aufheizung. Doch wenn die Mechanismen der Demokratie - wie weltweit seit 2020 - außer Kraft gesetzt werden, greifen diejenigen der Macht und damit auch des Krieges. Dieser kennt viele Nutznießer (einer davon: die Rüstungsindustrie), die allerdings niemals eine Waffe abfeuern, noch Mangel oder Schmerzen leiden.

"Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst", soll unter anderem der britische Diplomat und Schriftsteller Arthur Ponsonby nach dem Ersten Weltkrieg festgestellt haben. Seine zehn Grundsätze der Kriegspropaganda lauten:

  1. Wir wollen den Krieg nicht.
  2. Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.
  3. Der Führer des Gegners ist ein Teufel.
  4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
  5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
  6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.
  7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
  8. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
  9. Unsere Mission ist heilig.
  10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

Die langen Schatten der Katastrophen-Berichterstattung

Diese Kriterien sind uns nicht nur vertraut, sondern auch ein Rezept für Flächenbrände, Krisen und Eskalationen. Unterdessen werden im Schatten der Pandemie und des Krieges diverse Vorhaben umgesetzt, deren Konsequenzen (wie Verlust an Freiheit und Wohlstand) dann diesen Ereignissen angedichtet werden, tatsächlich aber auf gewolltem politischen Handeln beruhen. Dieses scheint eine Finanz- und Weltwirtschaftskrise fast erzwingen zu wollen - die sich immer deutlicher abzeichnet.

Zugleich können wir die Welt ändern, indem wir selbst Freiheit und Versöhnung in sie tragen. Wir sind nicht die Politik, und wir sind auch nicht die Angst, Enge, Begehrlichkeit oder Abneigung anderer Menschen und schon gar nicht ein Krieg oder eine Pandemie - sondern Gestalter in einer Zeit des Wandels.

 

Bildquelle: Adobe Stock/ Alexandr Bognat

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