Totalitarismus im Namen "unserer Demokratie"
Antifaschismus als Faschismus 2.0
13.02.2026 von Christian Zehenter
Faschismus heißt heute Antifaschismus, Braun firmiert als Grün, Totalitarismus als "Unsere Demokratie", Krieg als Frieden und staatlich bezahlte Säuberungsgarden als "bunte Zivilgesellschaft": Unter dem Mantel von Pluralität, Regenbogen, Demokratie und Toleranz wird im Elitenauftrag gecancelt, gehetzt, zensiert und ausgegrenzt. Gute gegen Böse alias Links gegen Rechts.
Wer verordnete Narrative infrage stellt, ist "rechts" = böse
Wer wäre allen Ernstes nicht für Gerechtigkeit, Toleranz, Buntheit, Offenheit, Menschlichkeit, Demokratie, Frieden und ein gesundes Weltklima? Doch was, wenn sich hinter diesen banalen (Pl)Attitüden ein korrupte, feudale und vermachtete Woke-Industrie verbirgt, die sich den verbreiteten Wunsch nach moralischer Überlegenheit zunutze macht und satte und sinnsuchende Tugendbürger mit Bedrohungs- und Erlösungserzählungen füttert? Tugendhaftigkeit braucht vor allem zwei Dinge: Absolute Wahrheiten und Feinde. Wer würde sich dazu besser eignen als die Opposition, Systemkritiker und allgemein Andersdenkende? Und welches Label würde sich für sie besser eignen als Rechtsextremismus? Dabei spielt es keine Rolle, ob wirklich Nationalismus, antidemokratische Haltung und Gewaltneigung mit im Boot sind (was ja die Voraussetzung wäre). Pazifisten, Migranten, skeptische Künstler, Sozialliberale, Bürgerliche oder Impfkritiker: Wer die verordneten Narrative (Putin, AfD und Trump = BÖSE, Klimaschutz, Gender, Krieg und Impfungen = GUT) infrage stellt, ist rechts - so einfach ist das. Und da rechts böse ist, muss man es im Namen der Demokratie bekämpfen.
Moraltotalitäres Sanktionsnetzwerk: Auf dem Marsch der Anständigen für "unsere Demokratie"
"Unsere Demokratie", die "demokratische, bunte Zivilgesellschaft", "gegen rechts" und sogar "Antifaschismus" sind dabei zum Inbegriff des neuen Moralfaschismus geworden. So kommt es zu der absurden Situation, dass im Namen des Antifaschismus Andersdenkende zensiert, verfolgt, verletzt, zersetzt, ihrer Bürgerrechte beraubt und sozial verbrannt werden. Dazu muss man heute niemanden mehr töten. Es reicht, Bankkonten, Online- und Bezahldienste, Miet-, Arbeits-, Honorar- und Hostverträge zu kündigen, Wohnungen zu durchsuchen, jahrelange Justizverfahren anzustrengen, gerichtliche und exekutive Strafen zu verhängen und jemand mit einem Codewort wie rechts, Putin, Verschwörung, Reichsbürger oder auch nur "umstritten" zu belegen, damit die Person verbrannt und ausgemerzt ist. Dazu steht ein bestens organisiertes moraltotalitäres Sanktionsnetzwerk bereit, vom Think Tank bis zur NGO, von der Uni bis zur Behörde, von der Gewerkschaft bis zur Kirche, vom Faktenchecker bis zur Fachgesellschaft, vom Richter bis zur Lehrerin, flankiert von sich selbst gleichschaltenden Medien, die zähnefletschend und säbelrasselnd auf dem Marsch der Anständigen für "unsere Demokratie" eintreten (und Demokratie damit weit hinter sich gelassen haben). Dazu braucht es keine Anweisungen von höchster Ebene mehr: Jeder Akteur ist mit den notwendigen Narrativen geimpft, weiß genau, was zu tun ist, um zu den Anständigen zu gehören. Wer ausschert, fliegt. Und wer die frohe Botschaft verkündet und Andersdenkende ausmerzt, sichert sich eine profunde Finanzierung und glänzende Zukunft - oder zumindest einen Platz im Olymp der Tugendwächter.
Wer will nicht zu den Guten gehören und nach unten treten?
Allzu gerne schließen sich auch andere Menschen, die niemals Mangel gelitten haben, aber nirgendwo mehr verwurzelt sind, dem Tugendmarsch an. Wer will nicht zu den Guten gehören? Und der angestauten Wut vermiedener Lebendigkeit und Wirksamkeit in einem Aufschrei gegen das Böse Luft machen? Sodann marschieren satte Herrenmenschen wie in Gießen im November 2025 mit erhobenen Fäusten und keifenden Flüchen gegen Opposition und Mitbürger. Dutzende Menschen wurden in Gießen zusammengeschlagen, noch viel mehr Autos beschädigt oder zerstört - für die Demokratie. Menschen mit dem falschen Parteibuch werden sozial vernichtet, ihre Familien und Kinder angegriffen, Autos brennen, Häuser werden beschmiert, Miet-, Honorar- und Arbeitsverträge gekündigt - im Namen der Demokratie. Plötzlich gibt es wieder falsche Meinungen, falsche Menschen, falsche Gruppen und Parteien. Klassenkampf von oben gegen die Opposition. Wichtig dabei: Um den Gegner zu entmenschlichen, darf er nie in natura sichtbar sein (oder dort zumindest nicht frei reden), muss ein böser Mythos bleiben. Daher hört man in der Tagesschau keine Rede von Putin, Trump oder Weidel. Die Feinde dürfen nicht menschlich erscheinen, um kein Mitgefühl, Verständnis oder gar Solidarität entstehen zu lassen.
Internationale Tugendindustrie feiert Dekonstruktion der Gesellschaft
Dahinter steckt - es lässt sich nicht anders bezeichnen - eine neofaschistische, neoliberale Tugendindustrie, die wie ein Uhrwerk läuft und nicht das Geringste mit Demokratie oder Solidarität zu tun hat. Internationale Konzerne, Tech-Unternehmen, NGOs, Globalisten, Oligarchen, ein Heer von Staatsbediensteten und -alimentierten, "wissenschaftliche" Netzwerke und totalitäre supranationale Konstruktionen wie die EU oder die UN lassen mit jedem Schritt in die Dekonstruktion unserer Gesellschaft die Champagnerkorken knallen. Sie applaudieren begeistert, wenn Wohlstand schwindet und die Bevölkerung gegen sich selbst aufmarschiert und die Abschaffung ihrer Freiheiten und Infrastruktur sowie den Aufbau internationaler Machtstrukturen, sogar Aufrüstung und Krieg, fordert. Dafür gibt es auch ein wenig Teneriffa, Woke-Serien, Rockkonzert, Freizeitpark, Dschungelcamp und Championsleague - solange der Vorrat reicht. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, dass die "Wahrheit" von Medien, Tugendwächtern und "der Wissenschaft" verkündet wird und Entscheidungen von einer neofeudalen Prädatorenkaste innerhalb eines korrupten Herrschaftssystems getroffen werden. Allerdings lässt sich zwar eine Meinung oder Person, nicht aber die Realität aus dem Weg schaffen. Hier liegt die Chance. Denn Bestand kann nur haben, was sich in einem Gleichgewicht befindet. Unser politmediales System hat dieses Gleichgewicht verlassen und damit - ohne jede Not - selbst die größte Dynamik seit dem letzten Krieg losgetreten. Denn nicht Pandemien, Putin, Trump, Rassismus, das Klima oder die Oppositon bringen uns in Bedrängnis, sondern neofeudaler, moralfaschistischer Klassenkampf von oben, der eine ehemals freie Gesellschaft in ein totalitäres Erziehungs- und Bevormundungssystem verwandeln möchte, um sich ihrer Ressourcen zu bedienen.
Keine Zukunft ohne Freiheit und Lust am Leben
Doch steht die Realität dabei auf der Seite der Menschen. Denn totalitäre Moral- und Feudalsysteme sind unproduktiv und vertilgen sich selbst wie der Stalinismus (viele seiner Opfer waren Stalinisten). Am Ende brauchte es in der Geschichte immer Freiheit und Lust am Leben, damit sich Menschen engagieren, neue Ideen entwickeln und sich an die sich ständig wandelnden Bedingungen anpassen. Wer nur auf die nächste Anweisung, Belohnung oder Bestrafung wartet, wird vom Motor zum Bremsschuh der Gemeinschaft - bis sie am eigenen Moralismus erlahmt. Auch Parasiten brauchen einen vitalen Wirt. Man könnte dies Zwang zur Freiheit nennen - er ist heute unser wichtigster Verbündeter.
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