Ausgrenzung, Spaltung, Diffamierung: Hauptsache geimpft

Studie: Deutschland Spitze bei der Diskriminierung Ungeimpfter

19.01.2023 von Dr. med. Volker Schmiedel

„Nature“ darf wohl unbestritten als eine der renommiertesten, wissenschaftlichen Fachzeitschriften der Welt bezeichnet werden. Mancher Forscher würde wohl die linke Hand dafür hergeben, um dort einen Artikel unterzubringen. Der Artikel „Discriminatory attitudes against unvaccinated people during the pandemic“, zu deutsch „Diskriminierende Einstellungen gegenüber Ungeimpften während der Pandemie“, der Wissenschaftler Alexander Bor, Frederik Jørgensen und Michael Bang Petersen beschäftigt sich wissenschaftlich mit einem Phänomen, welches wir seit fast drei Jahren weltweit, besonders aber in Deutschland beobachten. Eigentlich dürfen wir das gar kein Phänomen, wir müssen es vielmehr ein Verbrechen nennen. Die Untersuchung bezieht sich auf Daten aus 21 Ländern.

Jeder Ungeimpfte wurde sozial ausgegrenzt - im Namen des Guten

Es geht um die Diskriminierung der Ungeimpften. Jeder Ungeimpfte hat während der Pandemie die Erfahrung gemacht, sozial ausgegrenzt, benachteiligt oder sogar beschimpft zu werden. Die geimpften Diskriminierer haben sich dabei auch noch so gefühlt, als ob sie dabei etwas Gutes täten, nämlich die Gentherapie-Verweigerer damit doch noch zur „Impfung“ zu zwingen. Das nennt man selbstgerechtes Handeln.

"Diskriminierende Einstellungen, die eine Unterstützung der Rücknahme von Grundrechten bedeuteten"

Und jetzt wird es endlich wissenschaftlich aufgearbeitet. Und der Artikel hält einige Überraschungen bereit. So endet die Zusammenfassung mit diesem Statement (frei übersetzt): „Eliten und die geimpfte Öffentlichkeit appellieren an moralische Verpflichtungen, um die Impfrate gegen COVID-19 zu erhöhen, aber die aktuellen Ergebnisse legen nahe, dass diskriminierende Einstellungen entstanden, die gleichzeitig eine Unterstützung für die Rücknahme von Grundrechten bedeuteten.“ Originaltext: „Elites and the vaccinated general public appealed to moral obligations to increase COVID-19 vaccine uptake, but the present findings suggest that discriminatory attitudes including support for the removal of fundamental rights simultaneously emerged.“

Diskriminierungen gegen Ungeimpfte stärker als gegen Drogenabhängige und Straftäter

Zunächst wurde in sechs Ländern (Deutschland, Südafrika, Großbritannien, Indien, Indonesien, Marokko) die Diskriminierung im Vergleich zu Diskriminierung mit anderen Minderheiten gemessen. Hierbei kann man Folgendes erkennen:

  • Unter diesen sechs Ländern fanden die höchsten Diskriminierungen durch Geimpfte in Deutschland statt.
  • Es gab auch Diskriminierungen von Ungeimpften gegen Geimpfte. Auch hier liegt Deutschland vorn.
  • Die Diskriminierungen der Geimpften gegen Ungeimpfte sind auf der Skala etwa doppelt so stark wie umgekehrt.
  • Und ganz besonders infam: Die Diskriminierungen gegen Ungeimpfte sind – zumindest in Deutschland – stärker gewesen als diejenigen gegen Drogenabhängige, ehemalige Strafgefangene, Atheisten oder psychisch Kranke – alles Minderheiten, die sich bei einem Teil der Bevölkerung auch nicht gerade großer Beliebtheit erfreuen. Aber wie gesagt: Ungeimpfte sind in der Wahrnehmung der Diskriminierer noch schlimmer!

Im Ranking der 21 Länder nach dem Grad der Diskriminierung von Ungeimpften steht Malaysia an der Spitze, gefolgt von Australien (die haben sich ja in der Krise besonders nach außen abgeschottet, warum dann nicht auch nach innen, und da traf es eben die Ungeimpften) und China (auch nicht überraschend, dort wird ja mit einem Punktesystem sozial erwünschtes Verhalten konditioniert und anderes Verhalten bestraft). Aber dass Deutschland an Platz 4 mit diesen beiden Ländern nahezu gleichauf liegt, hätte ich 80 Jahre nach einem Minderheiten verachtenden und ermordenden System in Deutschland nun doch nicht erwartet. Interessant sind auch die fünf am wenigsten diskriminierenden Länder: Rumänien, Brasilien, Ungarn, Mexiko und Russland (!) hätte man nicht unbedingt auf der Seite der tolerantesten Länder erwartet oder?

Vor allem Gebildete beteiligten sich an der sozialen Hetzjagd

Überraschung: In ausnahmslos allen Ländern fand sich bei den Gebildeten ein höheres Maß an Diskriminierung als bei weniger Gebildeten. Das hat mich persönlich total überrascht. Ich hätte es genau umgekehrt erwartet. Aber das spiegelt wohl meine eigenen Vorurteile gegenüber Menschen mit einem geringeren Bildungsgrad wider. Shame on me! Aber vor allem: Schande über die Gebildeten, die wohl nur kognitiv und rational, aber nicht sozial und emotional die Gebildeteren zu sein scheinen!

Jeder Mensch hat das Recht, sich nicht impfen zu lassen

Ich hoffe, dass es uns allen gelingen wird, die Spaltung in der Gesellschaft unabhängig von Land, Impfstatus oder Bildungsgrad zu überwinden. Dazu gehört aber als Voraussetzung die Einsicht, dass Ungeimpfte ein Recht dazu haben, sich nicht impfen zu lassen. Und auch das dürfen wir nicht vergessen: Es gab auch umgekehrte Diskriminierung – auch die Geimpften hatten ein Recht, sich impfen lassen. Und es gehört die Einsicht dazu, dass die Diskriminierung Andersdenkender und -handelnder ein Unrecht ist. Erst dann können wir einander vergeben.

Der Artikel ist im aktuellen Newsletter von Dr. Volker Schmiedel erschienen, der hier abonniert werden kann. Hier geht es zum Videokanal von Dr. Schmiedel.

Dr. med. Volker Schmiedel ist seit 38 Jahren als Arzt tätig, davon 20 Jahre als Chefarzt in einer Klinik für ganzheitliche Medizin. Seit Oktober 2015 praktiziert und lehrt er im Ambulatorium Paramed in Baar in der Schweiz. Zudem ist er Mitherausgeber des „Leitfaden Naturheilkunde“ sowie einer der meistgelesenen Fachautoren naturheilkundlicher Bücher und Artikel für Therapeuten und Laien, unter anderem in den Bereichen Nährstoffe, Burnout, Diabetes und Cholesterin.

Bildquelle: Adobe Stock / studio v-zwoelf

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Anzahl Kommentare: 1

Kommentar von jens hochkeppler |

Die Freude & der Dank solch einen Artikel gerade jetzt lesen zu können ist schwer beschreibbar & soll hier auch nicht Thema sein.

"In ausnahmslos allen Ländern fand sich bei den Gebildeten ein höheres Maß an Diskriminierung als bei den weniger Gebildeten."

Was mich noch mehr & immer wieder neu überraschte, war die fast ausnahmslose Unmöglichkeit eines offenen & auf die Plausibilität der postulierten Annahmen ausgerichteten Dialoges mit den mir nächsten & vertrautesten Menschen.
Das was wir z.B. im Schulunterricht (Mathematik) der 8.Klasse im Rahmen unserer Arbeit mit dem Rechenschieber als Plausibilitätscheck eingehämmert bekommen haben, um innerhalb der abzulesenden Zahlenreihe auch ja das Komma richtig zu setzen.

Bereits im März 2020 wurde im Kreise der mir nächsten Freunde die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie:
Risikoanalyse Bevölkerungsschutz Bund: Pandemie durch Virus "Modi-SARS" (Deutscher Bundestag - 17.Wahlperiode, Drucksache 17/12051) vom 10.12.2012 bekannt, die aus meiner Sicht bereits als DIE Blaupause für die dann erfolgten Maßnahmen gelten kann.
(Nur zwei Jahre nach dem Lock-Step-Szenario der Rockefeller Foundation im Jahr 2010. )
Das ist das Frapierende, dass sich bereits hier auf nationaler Ebene nahezu alles finden läßt, was das spätere Maßnahmenregie umfasste & auch untermauerte, incl. der folgenden, haarstreubenden, wie auch völlig unbegründeten Grundannahme,
die lapidar in der "Beschreibung des Ereignisses" als Imperativ der folgenden Analyse vorangestellt wurde,
ich zitiere:
"Dieser altersabhängige Verlauf der Infektion mit SARS-CoV wurde für Modi-SARS nicht angenommen. Für das Modellieren der Zahlen an Erkrankten und Betroffenen im Szenario gehen wir davon aus, dass alle Altersgruppen gleich betroffen sind."
Und das geschah dort, obwohl zuvor am "natürlichen SARS-Cov" Virus genau diese Altersgruppen spezifische Letalität herausgestellt wurde & es danach heisst:

"Mit Auftreten der ersten Symptome sind die infizierten Personen ansteckend. Dies ist der EINZIGE UNTERSCHIED (AdV: im Original fett gedruckt) in der Übertragbarkeit zwischen dem hypothetischen Modi-SARS und dem SARS-CoV- der natürlich vorkommenden Erreger kann erst von Mensch zu Mensch übertragen werden, wenn eine Person bereits deutliche Krankheitssymptome zeigt."

Mit diesem Vorabausschluß einer Alters-bzw. Risikogruppen spezifischen Betrachtung wurde selbstredend jede Alters- bzw. Risikogruppen spezifische Maßnahmenstrategie vorab ausgeschlossen &
mit dem "EINZIGEN UNTERSCHIED in der Übertragbarkeit" späteren Wahnsinns-Aussagen, wie die eines Dr. Drosten: "Am besten so verhalten als wären alle infiziert" der Grund bereitet.

Auch mit direktem Verweis auf diese unwissenschaftlichen wie unplausiblen Grundannahmen & deren sich von Anfang an faktisch abzeichnenden Falschheit (Durchschnittsalter der AN & MIT C19 gestorbenen, siehe z.B. Bergamont) war es nahezu unmöglich "an der Sache" zu diskutieren.

In Bezug auf das voran gestellte & für mich deutlich erlebbare, überproportionale Versagen der "Gebildeten" gegenüber den "Weniger Gebildeten" scheint mir das aus meiner Sicht generell zu beobachtendes Unbehagen Ersterer, sich auf die Ebene einer Plausibilitätsprüfung ihrer Grundannahmen & dem damit einhergehenden Zwang den Ausschnitt ihrer Betrachtung und dessen tatsächliche Relevanz für das Leben "herab" zu begeben, sich "gemein" machen zu müssen von entscheidender Bedeutung.

Warum das so ist, wäre ein weiteres spannendes wie unbehagliches Thema.